Rennbericht Drachten 1

Drachten 1 / 19.-21.6.2009
Review der Supro ET Challenge:

Es waren 12 Teilnehmer der Challenge in Drachten gemeldet, Pascal Kohler mit dem Onkelz T Bird schaffte es nicht nach Drachten und Schuby war anwesend, nur sein Auto fehlte. „Motor was im Winter frisch gemacht worden, nach Luckau hab ich ihn abgestellt, ein paar Tage vor Drachten habe ich ihn aufgemacht und stellte fest das alle Lifter gefressen hatten. Die bestellten Teile waren natürlich nicht rechtzeitig da, so bin ich eben ohne Auto hier.“ So Schuby’s Worte. Er wurde vom Fleck weg von Dany Burger als Einweiser rekrutiert, auch da machte er ne gute Figur, als Fahrer gefällt er mir aber noch einen Tick besser. Die letzten Endes 10 Teilnehmer der Challenge traten in Konkurrenz mit 7 Teilnehmern aus Holland, Frankreich und Belgien..
Qualifying:
Es wurde sich für ein 16er Feld qualifiziert. Von den 8 angesetzten Läufen am Freitag und Samstag konnten aufgrund der Wetterbedingungen nur 3 absolviert werden. Dazu muss man sagen das die Holländische Crew ähnlich wie in Santa Pod oder anderen namhaften Strecken sofort beim nachlassen der Schauer wieder die Arbeit auf der Bahn aufgenommen hat. Wasser absaugen, föhnen (Gerd Habermann drehte unaufhörlich seine Kreise mit dem Dryer, oder lies sie drehen) und weiter ging es. Top professionell. Da es nur 3 Qualidurchgänge gab fehlte den meisten Teams wertvolle Tracktime um ihre Renner optimal abzustimmen. Speziell die Holländischen Teilnehmer hatten zum Großteil ihr erstes Outing in diesem Jahr. Ich gehe stark davon aus das der Rennverlauf bei besserem Wetter und mehr Qualiläufen anders ausgesehen hätte, was jetzt nicht die Leistungen der Top Qualifizierten schmälern soll, eher die weiter hinten im Feld wären den „oberen“ noch schön auf die Pelle gerückt.
Zum Ablauf. Gerd Habermann konnte mit seinem Dragster so wie in Luckau auch den ersten Platz in der Quali erreichen. Sehr konstant fuhr er seine 3 Runden und mit 0.01 Sekunden über dem 8.9er Index führte er das Feld in Drachten an. Der Vielfahrer dieser Saison (er war neben Luckau auch bereits zwei Mal in Santa Pod beim Easter Thunderball und dem Main Event) Norbert Schneider schaffte es mit 0.018 Sek über seinem 8.50er Index auf Platz zwei. Ingo Ekert der mit seinem Fahrwerk kämpfte und zwischen den Runden immer wieder das Set up korrigierte schaffte es mit 0.021 Sek. über seinem 8.50er Index landete auf Platz 3. Der viertplatzierte Peter Ellguth im ex- Maurischat Draster vom Dragrace Team Potsdamm fuhr mit dem Dragster das erste mal auf der ¼ Meile und man rechnete zuvor die 1/8 Meile Zeiten hoch um einen Anhaltspunkt für die Indexwahl zu haben. Bereits beim ersten Run zeigte Peter, dass man richtig prognostiziert hat und fuhr sich weit nach oben in das Feld. Man muss allgemein sagen das nach nur 3 Runs die Deutsche Fraktion die Plätze 1 bis 9 inne hatten, bis Platz 8 in einem Zeitabstand von nur 8 Hundertstel. Ist das geil? Ja, ist es. Bert Gorselitz ist als neunter einer der mit seinem Team gerne noch ein paar mehr Trainingsläufe gehabt hätte, er schaffte die letzte zu wählende Indexzeit von 8.99 Sek. noch nicht ganz, was sich im Laufe des Wochenendes aber noch geben sollte, dazu später mehr. Platz 14 nach 3 Läufen und einen kaputten Motor hat Karl Heinz Kleider zu verbuchen. Die ersten Fahrten mit dem TMFC in 80er Jahre Optik ließen mein Herz persönlich höher schlagen, da ich auf diese Kisten stehe. Karl Heinz hatte einen soliden Shakedown Run mit 9.8 Sekunden, der zweite Lauf sah recht viel versprechend auf, nach der 60 Fuß Marke hörte man wildes Pedalspiel (wie man es von KH als Trockenübung schon kennt). Was war los. „Ich hab die Flasche nicht aufgemacht“, so sein Kommentar. Er ärgerte sich sehr darüber, denn ohne Pressluft musste er im ersten gang ins Ziel fahren, die Gänge 2 und 3 wären da eine echte Hilfe gewesen. „Ich kleb mir jetzt nen Zettel rein, dann vergess ichs nicht mehr“, so die guten Vorsätze. Lauf drei dann das aus. Guter Start und dann bei 60 Fuß ein dumpfer schlag kurzes Flammengezüngel und ins Ziel gerollt. Ein Zylinder hat sich dazu entschieden außerhalb der Brennkammer weiter zu arbeiten, was massiven schaden an Block und Kopf nach sich zog. KH meldete sich ab, so dass Herr Dulamont aus Südfrankreich mit seinem neuen Motor im Heck des Dragsters in die Eliminations nachrutschte. Ich hoffe inständig das KH bis Luckau die Motor wieder fit bekommt, wie wir ihn kennen wird er nicht ohne etwas zum fahren auftauchen. Dulamont hat übrigens den niedrigsten Dial in des gesamten Feldes, 7.05 Sekunden will er packen. Das alles mit 14 Liter Hubraum und 4 stufen Lachgas. Motor neu, Backfire im warm Up am Freitag, nur ein Quali Run, im 2. Lauf dann aber schon ne 7.20 Sek. auf der Uhr. Der Motor ist von Größe und Lachgassetup vergleichbar mit dem was bei Lachgas Pro Mods im Moment erlaubt ist und von Roger Johanssen beim Main Event für eine 6.2 Sek reichte. Also da hat der frische Franzose ein biestiges Motörchen in seinem Dragster. Bei der tiefen 7 die er gefahren ist wird wohl noch gar kein Gas zum Einsatz gekommen sein. Nur so viel am Rande. Die Platze 5-9 der Quali sahen wie folgt aus: Petzold, Ehrismann, Müller, Burger, Gorselitz. Danach reihten sich die anderen Fahrer ein, was zur Folge hatte das in der Elimination bis auf die Paarung Gorselitz Habermann alle deutschen gegen internationale Gegner fuhren. Wie gesagt, die deutschen hatten einen kleinen Vorteil darin dieses Jahr schon einen Lauf gehabt zu haben, den muss man dann aber erst mal umsetzten.

Eliminations:
Am Sonntag hat es in den frühen Morgenstunden mal wieder kräftig geregnet, man konnte schon vom schlimmsten ausgehen, da sich der Himmel nicht auflockern wollte. Es wurde trotzdem fleißig an der Strecke gearbeitet. Gegen Mittag dann riss die Wolkendecke auf und die Eliminations konnten alle bei Sonnenschein durchgezogen werden.


Runde eins, Gerd Habermann gegen Bert Gorselitz. Das „Hanauer“ Duell. Bert Gorselitz  bog nach seinem obligatorischen Wheelie wie auch schon im Training Richtung Leitplanke ab, brach den Lauf ab, was Gerd einen leichten Sieg bescherte. Bert war aber noch in der Klasse Super Comp vertretet, dort lief es entscheidet besser. Um etwas auszuholen muss man erwähnen, dass der Porsche letztes Jahr für SG und Supro ET (damals noch mit einem Index bis 9.99 Sekunden) für Zeiten im mittleren 9er Bereich aufgebaut wurde. Durch die Supro ET Indexänderung auf 8.99 Sekunden hat das Team über Winter aufgerüstet. Doch alleinige Motorleistung ist nicht der alleinige Schlüssel zu der Angestrebten 8 vor dem Komma. Man drehte nach jeder Quali Runde am Fahrwerk und im Lauf nach diesem Erstrunden K.O. in Supro ET kam die erste Runde in Super Comp. Was soll man sagen, die erste 8 stand auf den Scoreboards, das schrauben hat sich ausbezahlt. Letztendlich stand man mit konstanten 8er Zeiten im Super Comp Finale, gegen wen wohl? Genau, erneut Gerd Habermann. Die Zeit für Revanche war gekommen, diesmal mit Waffengleichheit. Bert reagierte einen hauch zu früh und pflückte sich eine Kirsche, was Gerd erneut gewinnen lies. Das Team Gorselitz ist nun aber bereit und wie im letzten Jahr ein ernst zu nehmender Gegner, in Super Comp und Super Pro ET. Nach diesem Exkurs weiter in Runde eins der Supro ET Klasse. Olli Petzold eliminierte sich selbst mit einem 0.026 Sekunden Break out gegen den wunderschönen schwarzen Rock n Roll Willys von Herrn Weurf. Olli Petzold vom Team Schumann Motorsport Trat ebenfalls noch in der Klasse Super Comp an, wurde aber in Runde eins disqualifiziert, da er sich nicht an die Super Staging Regeln hielt. Er fuhr vor seinem Gegner direkt in Stage und war somit draußen. Verbuchen wir das als „Anfängerfehler“. Das Auto läuft auf jeden Fall sehr Konstant, wenn auch in Runde eins mal auf der dunklen Seite des Dial Ins. Die nächste Paarung lies zwei Hotrodder vor dem Herrn aufeinander treffen. Ingo „The Rod“ Ekert mit dem schönen roten Challenger gegen den Awesome 50 von Leo van der Kuijl. Es gab ein kleines Problem mit Ingos Dial In, der wurde von der Zeitnahme falsch eingegeben, so dass nach einer kurzen Aufregung im Team Ekert (welches dadurch verlor) sich Erleichterung breit machte als ein Re-run ausgerufen wurde. Diesen gewann Ingo dann und war in Runde 2. Andre Müller hatte es mit dem bildschönen Chevy Bel Air Funnycar von Sandro Bellio zu tun. Der Sohn des FIA TMD Piloten Dany Bellio (übrigens eine überaus sympathische Racerfamilie aus Belgien) bekam das FC nicht konstant und suchte gegen den stark fahrenden Andre die Flucht nach vorne. Leider zu früh, Rotlicht, Lauf abgebrochen, Andre weiter. Norbert Schneider hatte es mit dem in Holland straßenzugelassenen blower Camaro von Piet van der Meer zu tun. Dieser verabschiedete sich selbst mit rotlicht auf den Trailer, so dass das Geburtstagskind vom Samstag (Norbert wurde knapp über 30 Jahre alt) in Runde 2 stand. Rene Ehrismann, der amtierende Meister unserer Challenge hat nach dem verkorksten Luckau Wochenende Boden gut zu machen, soll es mit der Titelverteidigung noch etwas werden. Gegen den schönen PU von Jan Scheepers hatte er leichtes Spiel, Jan hat das gesamte Wochenende über schon Probleme mit einer nicht richtig funktionierenden Kupplung. In den Elis zählt das nichts. Doppelrot, Scheepers zuerst, also ist Rene, der Schweizer Sympathieträger in Runde 2. Peter Ellguth vom DRTP stand gegen Dulamont an der Ampel, dieser ist durch Karl Heinz Kleiders Pech mit dem kaputten Motor ins Feld gerutscht. Mit einem 7.2 Sek. Dial In gegen einen 8.35 Sek. Dial In von Peter hatte dieser knapp eine Sekunde Vorsprung an der Ampel. Peter zuckte zu früh und verlor durch Rotlicht. Um so ärgerlicher das Jean ausbrach und seinen Index unterfuhr. Danny Burger, der Luckau Triumphator und Führende in der Punktewertung machte es Peter nach, Rotlicht an der Ampel, Gegner unterfährt seinen Index, bringt alles nix, der sympathische Pfälzer war draußen. Das bringt die Punktewertung durcheinander, aber dazu später mehr. Als Resümee nach der ersten Runde bleibt festzuhalten das 5 Teilnehmer der Challenge und 3 „Fremdstarter“ in Runde 2 Stehen.


Runde 2: Gerd Habermann hatte leichtes Spiel da sich der 41er Willys mit einem 0.008 Sek. Rotlicht selbst eliminierte. Andre Müller hatte es auch leicht, da sich Ingo Ekert mit einem 1,5 Sek. Rotlicht verabschiedete. Er konnte den Wagen nicht mehr in der Transbreak halten, danach wurde Öl im Fahrerraum und überall sonst noch diagnostiziert. Getriebeprobleme, die hoffentlich bis Luckau wieder behoben sind. Andre unterbot in diesem lauf dann gleich mal seinen Index um 0.004 Sek. was aber durch das Rotlicht von Ingo keine Folgen hatte. Rene Ehrismann lieferte sich eines der knappsten Duelle des Wochenendes mit Norbert Schneider. Der VW Mann reagierte nur unwesentlich langsamer als Rene. 0.093 Sek. gegen 0.072 Sek.. Rene fuhr in diesem lauf Closest to Dial In am Wochenende. 0.007  Sek. über den Index. Norbert unterbot um genau diese Zeit seinen Index.  Sowas von knapp, willkommen in Super Pro ET. Das macht Laune auf mehr. Nachdem Dulamont nicht antreten konnte stand auch Roel van der Hout im Halbfinale. Er fährt den Ex Henry Joosten Pro Mod Belair (der war früher grün in Quaker State Farben lackiert).


Halbfinale:
Gerd Habermann gegen Andre Müller. Andre gewohnt schnell von der Ampel weg, Gerd ließ sich diesmal ungewöhnlich viel Zeit, 0.4 Sekunden RT, das kann man auf der Strecke nicht mehr aufholen. 0.025 Sek. für Andre und 0.035 Sek. für Gerd über Index, das macht es zu einer klaren Sache für Andre, der somit als erster Finalteilnehmer feststand. Gerd fuhr in der Klasse SC bis ins Finale vor und gewann diese Klasse auch gegen Bert Gorselitz in einem ein deutschen Finale. In Supro ET hat das nicht ganz gereicht. Im zweiten Halbfinale dann ein Doppelrotlicht zwischen Rene Ehrismann und dem Roeler. Rene fuhr zuerst ein rotes Licht und war somit out of competition.


Finale: Spannende Sache. Andre Müller als guter Starter bekannt, der immer dicht an seinen Index heranfährt gegen einen Roeler, der noch zu sehr mit der Technik kämpfte (er fährt mit Getriebeteilen die ihm Ingo Ekert am Wochenende vermacht hat, sonst hätte er gar nicht antreten könne. Da ist sie wieder die oft beschwörte Gemeinschaft im Fahrerlager), und seinen Index noch nicht richtig gefunden und am WE schön öfter unterboten hat. Schöne Burn outs, Andre in Pro Mod Manier bis zur 1/8 Meile, stagen, gelb, gelb, gelb, grün. Ein kurzes aufheulen von Andres 9 Liter Big Block und fertig war es. Nicht mal ein kurzes zucken von dem Cutlass, der Gegner bereits weit enteilt waren die Gesichter zuerst lang bei den TeamkollegInnen im Vorstart. Die Getriebewelle hat ihren Dienst quittiert, Ende der Vorstellung. Man freute sich aber zu Recht über den 2. Platz den man in einem guten 16er Feld errungen hat. Darüber hinaus gibt es noch gute Punkte für die Challenge.
Gratulation an alle die nach Drachten kamen, es war trotz des durchwachsenen Wetters ein Top Event.
Zu erwähnen bleibt noch das Norbert Schneider die 100 Euro von Jolly Flowers für die beste RT des WE gewonnen hat und Rene Ehrismann die 5 extra Punkte für closest to dial in.
Den aktuellen Punktestand findet ihr unter der Rubrik Punktestand auf dieser HP.
  
  Markus Münch